Verfahren geht weiter!

Wie uns per Einschreiben mitgeteilt wurde, hat der Busunternehmer Polster eine Revision des Verfahrens erreicht. Angeblich hat er die Ladungen zu den Gerichtsverhandlungen nicht erhalten. Das Revisionsverfahren findet im März im Polizeigericht in Mons statt.
Wir werden nicht mehr anreisen. Unsere Anwältin, die uns als Nebenkläger  vertritt, wird uns über den Ausgang informieren.                                                                                              Uns beschäftigt mehr, was wir an unserer Gedenkstätte bei Hensies von den beiden Polizeibeamten, die bei dem Unfall 2003 vor Ort waren gehört haben.                                  Bevor wir erfuhren, daß Alexander bei dem Busunglück ums Leben gekommen war, sahen wir im Fernsehen Bilder von dem Unfall. Dabei fiel uns eine Leiche auf, die außen vor dem hinteren Buseingang lag. Sie war mit einem weißen Laken abgedeckt, man konnte aber auf ersten Fernsehbildern  erkennen, dass die Person  Turnschuhe der Firma Nike trug, wie sie auch unser Sohn getragen hatte. Später war alles abgedeckt.                                                   Weil meine Frau die Leiche unseres Sohnes sehen wollte, sprachen wir am 23.12.2003 mit dem Untersuchungsrichter. Er zeigte uns eine Skizze, auf der die Fundstellen der Toten markiert waren. Auf meine Frage nach Alexander, zeigte er auf die Leiche vor dem Bus.       Ich fragte nach, wieso er gestorben ist, wenn er schon draußen war. Darauf sprach der Richter mit einem Kriminalbeamten, der mit dem Plan nach draußen ging und als er wiederkam, auf eine Markierung im Bus zeigte- es wäre ein Irrtum gewesen.                       Die Leiche, die meine Frau zu sehen bekam, war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.             Als wir 2006 mit dem Paar, das im Bus hinter Alexander und Yvette saß, Kontakt hatten,   erfuhren wir, dass Alexander wohl schon den Bus verlassen hatte und wieder zurück wollte, weil er Yvette nicht fand. Wir fuhren danach zum BKA nach Wiesbaden, um mit den Beamten zu sprechen, die die Identifizierung mit durchgeführt hatten. Dort wurde uns gesagt, Alexander habe im Bus gelegen- die Leiche vor dem Bus sei eine Frau gewesen.       Nun erfuhren wir von den Augenzeugen in Hensies, die Leiche vor dem Bus sei ein junger Mann gewesen, der seine Freundin aus dem   brennenden Bus holen wollte und dabei von einem ‚fireblast‘ aus dem Bus getötet wurde.  Sie haben den Toten selbst gesehen und es gäbe keinen Zweifel, dass es eine männliche Leiche gewesen sei.                                                 Jetzt warten wir darauf, ob unsere Anwältin in den Akten Fotos finden kann, die eindeutig zeigen, wer vor dem Bus starb. Sollte es Alexander sein- und wenn es ein Mann ist, kann nur er es gewesen sein- liegt er vielleicht nicht in dem Grab, das wir 10 Jahre besucht und gepflegt haben.

MICHEL SPINGLERGut, dass wir nicht nach Mons gefahren sind. Auf Antrag von Polsters Anwalt wurde das Verfahren wieder einmal verschoben. Wir wären umsonst zwei Tage unterwegs gewesen.

22.12.2014

Ob das Verfahren gegen den Busunternehmer jetzt eingestellt wurde oder weitergeht konnten wir bisher nicht mehr erfahren.                                                                                            Auch zu unserer Frage nach der Identität des Toten vor dem Bus haben wir keine Antwort.

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