Das bin ich

Gefangen in dieser Zeit. Chaos der Gefühle. Gestern ist jetzt. Jetzt ist vorbei. Zukunft gibt es keine. Freunde- wer trauert hat keine Freunde. Kollegen- jeder ist sich selbst der Nächste. Gott- stellt sich tot, genauso wie seine Vertreter in der Kirchengemeinde. Hoffnung- doch, wenn auch nur von Zeit zu Zeit glimmend wie eine ausgehende Kerze. Lebenswille- ???

Geboren wurde ich 1950 in einem kleinen Dorf im nördlichen Saarland. Mein Vater war Bergmann, meine Mutter war ausgebildete Bürokauffrau, von da an aber nur noch Hausfrau.  Drei Jahre später wurde mein Bruder geboren.

Mit zehn kam ich in ein Internat der Spiritaner in der Nähe von Aachen. Missbrauch habe ich in den 6 Jahren in dem Missionshaus nicht erlebt, Misshandlungen allerdings schon. Nicht nur brutale Schläge von Lehrern und Präfekten, schlimmer waren für mich die verbalen Demütigungen vor den versammelten Mitschülern. Danach wechselte ich von dem Progymnasium in die Oberstufe eines Internats des gleichen Ordens in Menden im Sauerland. 1970 begann ich mit dem Philosophie- und Theologiestudium an der Jesuitenuniversität St. Georgen in Frankfurt. Sechs Semester später wechselte ich auf die J.W.Goethe Universität in Frankfurt, wo ich nach 5 Semestern das 1.Staatsexamen für das Lehramt an Grundschulen ablegte. 1977 heiratete ich Elena, die in Sachsenhausen in einem Altenpflegeheim arbeitete. 1979 wurde Alexander, 1983 Nathalie geboren. Nach dem Referendariat und dem 2.Staatsexamen arbeitete ich 8 Jahre bei der ‚Lehrerfeuerwehr‘ in Frankfurt. Dabei unterrichtete ich verschiedene Grund- und Hauptschulklassen in Rödelheim, Ginnheim, Heddernheim, Niederursel und der Römerstadt. Danach bekam ich eine Regelstelle in Frankfurt Gallus und wurde verbeamtet. Nach neun Jahren in diesem ’sozialen Brennpunkt‘ tauschte ich mit einem Kollegen die Stelle nach Flörsheim am Main, dem ersten Weinort im Rheingau. 2003 kurz bevor Alexander mit Yvette zusammenziehen wollte, passierte das Busunglück, bei dem beide ums Leben kamen. 2008 zog Nathalie nach Duisburg, wo sie im September des Jahres unseren Enkel Yasin zur Welt brachte. Am 22.6.2011 ist mein letzter Arbeitstag. Danach genieße ich (hoffentlich) den dienstfreien Teil meiner Altersteilzeit bis ich 2015 endgültig das Rentenalter erreicht habe.

Nachtrag: Zu früh gefreut. Inzwischen wurde das Rentenalter auch für hessische Beamte auf 67 Jahre erhöht. Um einen Abschlag bei der späteren Pension zu vermeiden habe ich zugestimmt, noch bis zum 31.01.2012 weiter zu arbeiten. Damit beginnt meine offizielle Rente am 1.2.2016.

Geschafft, seit Anfang Februar bin ich in Dauerferien. Der Abschied von meinen Schülern  war schwerer als ich gedacht hatte. Jetzt wohne ich wieder im Saarland und arbeite daran mein Haus auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Das macht sogar Spaß.

Twitter auf:  https://twitter.com/KeinPardon

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